Zwischenbilanz und Zukunftsvision: FDP-Bürgerdialog zur Weilheimer Innenstadt
- Morten Faust
- 10. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Feb.
„Die Weilheimer Innenstadt funktioniert noch sehr gut, und die Menschen kommen nach wie vor gerne aus dem weiten Umland zum Einkaufen nach Weilheim“, betonte Dr. Michael Hartwein, Unternehmensberater, gebürtiger Weilheimer und Eigentümer in der Altstadt, zu Beginn des Bürgerdialogs der FDP Weilheim-Pfaffenwinkel. Die Veranstaltung wurde von Bürgermeisterkandidat Morten Faust moderiert und fand am 30. Januar 2026 im FreiRaum, Pöltnerstraße 6 in Weilheim statt.

Hartwein, der heute in Regensburg lebt, besucht Weilheim nach eigenen Worten regelmäßig, um über den wunderschönen Marienplatz zu bummeln und in den Geschäften der Innenstadt einzukaufen. Als warnendes Beispiel führte er Regensburg an: Dort liege der Leerstand mittlerweile bei rund 25 Prozent, die Situation des Einzelhandels sei deutlich angespannter als in Weilheim – und das trotz der belebenden Wirkung der Studenten. Dieser Trend könne, so Hartwein, langfristig auch Weilheim treffen, wenn man sich nicht rechtzeitig darauf vorbereite und gegensteuere.
Morten Faust untermauerte die Sorgen der Geschäftsleute mit den Ergebnissen einer Umfrage, die er im Sommer des vergangenen Jahres zur Situation der Innenstadt gestartet hatte (siehe Anhang weiter unten). Auch dort werde der Leerstand als eines der größten Probleme wahrgenommen. Unter den anwesenden Gästen, darunter einige Gewerbetreibende aus der Innenstadt, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über mögliche Gegenmaßnahmen. Der Tenor: Gewünscht wird ein aktiveres Leerstandsmanagement und stärkere Unterstützung durch die Stadtverwaltung, während die konkrete Ansprache und Ansiedlung neuer Geschäfte weiterhin beim Gewerbe selbst liegen sollte.

Erschwert werde die Situation zusätzlich durch den anhaltenden Strukturwandel im Einzelhandel, dessen größter Treiber nach wie vor der Online-Handel sei. Zudem gehe in der Weilheimer Innenstadt zunehmend Verkaufsfläche verloren, was die Ansiedlung größerer Marken mit entsprechendem Flächenbedarf verhindere.
Intensiv diskutiert wurde auch das Thema Parkgebühren. Aus Sicht der Geschäftswelt ist ausreichender und günstiger Parkraum ein zentraler Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg der Innenstadt. Breite Zustimmung fand der Vorschlag, kostenloses Kurzzeitparken einzuführen, während längeres Parken durchaus teurer sein könne. Parkhäuser wie das Altstadtcenter sollten zudem attraktiver gestaltet und technisch besser ausgestattet werden. FDP-Stadtrat Matthias Türmer verwies darauf, dass die Auswirkungen der jüngsten Gebührenerhöhungen deutlich werden, sobald Daten vorliegen: „Sollte die Auslastung der Innenstadtparkplätze oder der Parkhäuser zurückgehen, müssen wir die Parkgebühren wieder zurücknehmen. Bleibt sie gleich oder steigt, hätten die beschlossenen höheren Preise keine negativen Folgen.“
Einigkeit herrschte darüber, dass Weilheim über ein großes touristisches Potenzial verfügt. Die FDP-Kreisvorsitzende Judith Haberkorn meinte dazu: “Von der Stadt erwarte ich, dass sie Angebote schafft, auf touristische Highlights hinweist und bestehende Aktivitäten besser miteinander vernetzt."
Abschließend lobten Hartwein und Faust das Engagement der Weilheimer Geschäftswelt, die mit Aktionen und Veranstaltungen regelmäßig dazu beiträgt, der Innenstadt Leben einzuhauchen. Die Umfrage zeige jedoch auch, dass dieses Potenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft sei. Insgesamt, so das Fazit des Abends, befinde sich Weilheim auf einem guten Weg – mit der Chance auf eine erfolgreiche Zukunft für die Innenstadt.
Anhang:



Kommentare