Stadt Weilheim bootet private Fotografen aus
- Morten Faust
- 7. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
An dieser Stelle trage ich meinen Leserbrief vom 5.11.2025 nach. Darin beziehe ich mich auf einen Artikel des Weilheimer Tagblatts vom 29.10.2025 mit dem Titel "Passfotos frisch aus der Amtsstube":
Als vor 20 Jahren Lichtbilder für Ausweisdokumente biometrische Anforderungen erfüllen mussten, durften sich die gewerblichen Fotografen rund um die Rathäuser über ein gutes Geschäft freuen. Doch der Prozess war für uns Bürger immer noch umständlich: Abzüge mussten zum Amt getragen und eingescannt werden – unsinnig, da die Aufnahmen häufig bereits digital vorlagen. Mittlerweile ermöglicht technischer Fortschritt die direkte Übertragung der Bilder vom Fotostudio zum Amt. Digitalisierung, die endlich einmal funktioniert.
Die Fotografen müssen jedoch in Soft- und Hardware investieren und sich zertifizieren lassen, damit sie dieses Geschäft weiter betreiben können. In Weilheim haben sie das getan, halten sich und beleben die Innenstadt mit ihrem breiten Dienstleistungsangebot. Das freut uns Bürger – Die Stadt der kurzen Wege wird Realität.
Nun stellt die Bundesdruckerei Kommunen kostenlose PointID-Passbildautomaten zur Verfügung. Bürgermeister Markus Loth hat schnell zugegriffen, wie er neulich stolz auf einer Bürgerversammlung berichtete. Für 6 Euro entstehen Fotos direkt im Rathaus. Doch die wahren Kosten dieser Geräte – Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Wartung – werden verschleiert. Am Ende tragen wir alle diese Kosten über unsere Steuern. Schlimmer: Der Staat konkurriert unfair mit lokalen Fotografen, die eben noch investiert haben und nimmt ihnen das gute Geschäft weg. Wollten wir nicht die Innenstadt beleben und dem Sterben der Geschäfte entgegenwirken?

Ausweise werden insgesamt teurer, Ärmere leiden darunter besonders.
Wie wäre es damit: Die Automatengebühr im Rathaus wird auf marktübliche 20 Euro erhöht. Die Differenz von 14 Euro pro Foto fließt in einen Fonds zur Senkung der Ausweiserstellungsgebühren für alle – oder priorisiert Bedürftige. So bleibt es solidarisch, fair dem Gewerbe gegenüber und entlastet Bürger.



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